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das ist er ... das muß er sein ... von Anfang an "schwört" er auf die große Liebe, will jede mögliche Minute mit Dir verbringen, er spricht von Heirat, trauter Zweisamkeit und Du hast daß Gefühl "er" Dein Märchenprinz ist endlich da. Hoffentlich sehnst Du Dich gerade nicht nur so nach Liebe und Zuneigung, daß Du manches an Deinem Traumprinz übersiehst. Ist er vielleicht ein besonders eifersüchtiges Wesen? Kaum, daß Du Dich mit lieben alten Freunden triffst versucht er Dich auszufragen, ruft eventuell nachts zu unerwarteten Zeiten an um zu hinterfragen, ob Du auch wirklich zuhause bist?
Hoffentlich bist Du nicht an einen Romantiker geraten, der besessen von idealistischen Vorstellungen einer Beziehung nachhechelt, die so ist, wie "er" sie sich vorstellt - nicht angepaßt an die realen Alltags-Geschehnisse, sondern an seine Wünsche und Bedürfnisse. Diese Menschen sind ständig auf der Suche nach dem Menschen, in den sie sich neu verlieben können.
Wenn sie ein mögliches Opfer gefunden haben, dann überschütten sie diese mit Zuneigung. Seine Aufmerksamkeit soll sie überrumpeln. Während er sie mit dieser Liebe überhäuft drängt er sie eine feste Bindung mit ihm einzugehen, er wird ihr nicht die für sie notwendige Zeit lassen. Oftmals warnt der Instinkt Frauen, diesem Werben nachzugeben und doch funktioniert es oft. Sollte der Romantiker zu einem Zeitpunkt merken, daß diese Frau sich gegen zu großen Druck oder Fremdbestimmung wehrt, hält er sich oft am Anfang einer Beziehung zurück. Er wirkt dann abgebrüht, aber nur so lange, wie er sein wirkliches ich verstecken muß um zu seinem Ziel zu kommen.
In unserem Kulturkreis wird Frauen beigebracht nach einem Mann zu suchen, der sie erobert.
Denn hätten sie ja jetzt aber... Der Romantiker kann Ungewißheit nicht ausstehen. Er braucht die sofortige Befriedigung seiner Wünsche und kann Frustration nicht ertragen. Er hat latente Versagensängste und wenn er das, was er will, nicht sofort bekommt, dann überfällt ihn mächtige Angst. Zurückweisungen und Niederlagen kann er nicht ertragen. Er ist sich diesen inneren Mechanismuses nicht bewußt, tätigt ihn aber wieder und wieder. Der Romantiker erkennt die Frau nur als das Objekt seiner Begierde - nicht aber als einen selbständig denkenden und handelnden Menschen - an. Sollte die Beziehung sich weiterentwickeln, wird er nunmehr weniger an ihre als an seine eigenen Bedürfnisse denken. Er erwartet, daß die Partnerin eine Verlängerung von ihm selbst ist. Er dürfte jeden Versuch der Frau, unabhängig zu sein, versuchen zu unterlaufen und subtil eine Fremdbestimmung ausüben.
Diese Menschen verbreiten oft den Beschützerinstinkt um ihren Willen durchzusetzen. Er paßt ja auf sie auf und entscheidet was gut und richtig ist. Indem der Romantiker sich an Dich bindet, indem er versucht, Dein Leben vor allen anderen abzuschirmen will er bestätigt werden. Er will seine Macht Dir gegenüber ausüben um sich stark und gut zu fühlen - alleine - für sich gelingt ihm das nämlich nicht.
Die Ursachen im Kindesalter könnten gewesen sein: Distanzierte oder nicht vorhandene Väter, somit war keine kindliche Bindung an eine männliche Person möglich und dieses Bedürfnis wurde auf Frauen übertragen und konzentriert. Zuweilen kritisierte auch ständig ein Vater den Sohn, was die Mutter - die gütige - nicht tat. Die Familien von Romantikern leben häufig zurückgezogen und das Kind war oft alleine. Schon bald lernt ein solches Kind sich seine eigene Welt zu zimmern. Manchmal sind es auch ängstliche oder unselbständige Väter, die solche Romantiker haben - vielleicht auch das Gegenteil, in jedem Fall Extreme. Somit wehrt der Romantiker sich gegen jede Art von Tyrannei, wird passiv unselbständig und braucht um zu bestehen und Sicherheit zu empfinden eine Frau, die ihm diese Sicherheit gibt.
Probleme dürften die Romantiker dann bekommen wenn die von ihnen gewünschte Frau selbständig auf eigenen Beinen geht und sich selber durchsetzen möchte. Dann könnte ganz schnell das Interesse an dieser - weniger schutzbedürftigen und somit nicht zu kalkulierenden - Frau nachlassen.
Das spätere Leben holt den Romantiker meist im Schwabenalter von 40 Jahren ein. Davor dürften eine Reihe von beruflichen und privaten Mißerfolgen ihn begleitet haben. Desillusioniert könnte er nun beschließen, dem Traum von der perfekten Liebe aufzugeben. Zuweilen wird e depressv,enn er erkennenmss, er erkennen muß, daß diese Welt nicht so ist, wie er sie gerne hätte und wie er sie sich in seinen Kindheitsträumen gebaut hat. Er wird sich weiterhin seine eigene Welt wünschen, die mehr der Phantasie als der Realität entspricht. Hoffentlich widmet sich dieses Wesen nun nicht Alkohol und anderen Suchtmitteln.
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