Ticken Menschen, die Kontakt über das www suchen anders? Die University of Utah hat dies zumindest für den ständig expanierenden Bereich der Kontaktanzeigen festgestellt. Psychologe Don Strassberg widmete sich dem Thema um mehr zu erfahren über Motivation und Erfolg der Kontaktsuchenden.

Dabei verfassten Straßberg und sein Team fiktive Anzeigen, die sie auf drei populäre Flirt-Webseiten setzten. Sowohl Männer als auch Frauen waren beschrieben, allerdings war nur die Resonanz auf die weiblichen "Cyberkontakte" umfangreiche genug um sie tatistisch auswerten zu können.

Schon hier stellen sich mir einige Fragen:
Sind Männer nur mutiger als Frauen und antworten deshalb häufiger? Sind es einfach nur weniger Frauen, die selber inserieren und sich deshalb durch ein Überangebot eine große Auswahl - und somit auch statistische Daten - betrachten können.
Da ich selber einige Mini-Kontaktmärkte auf privater und nicht kommerzieller Basis betreibe muß ich nämlich leider feststellen, daß ich die Erfahrung gemacht habe dass viele vermeintlich weiblichen Anzeigen dieses keinesfalls sind. Superkluge Webmaster geben sich als Frau aus um dann recht schnell zu versuchen in einen Bezahl-Chat oder eine kostenpflichtige 0190-Telefonnummer zu verwickeln. Am genialsten finde ich noch die Aussage: "ruf bitte an, ich habe kein Internet, diese Anzeige hat eine Freundin für mich eingestellt."
Ups - bei einem Onlinekontaktmarkt erwarte ich Onlinekontakte und keinen Verweis auf das Telefon - zumal die Angabe von Telefonnummern aller Art unter den Datenschutz fällt und somit so und so nicht belassen werden darf.

Nun aber weiter zur statistischen Auswertung der University of Utah: Jede dieser vier Anzeigen stammte angeblich von einer fröhlichen, optimistischen Frau zwischen 26 und 28 Jahren, doch jede setzte andere Schwerpunkte in der Selbstbeschreibung: "sehr attraktiv", "leidenschaftlich und empfindsam" bzw. "finanziell erfolgreich und ambitioniert" standen einer Kontrollanzeige entgegen, die auf nähere Beschreibung verzichtete.

Innerhalb einer Woche antworteten 507 Männer, die jeweils eine höfliche Absage erhielten. Am schlechtesten schnitt statistisch die "leidenschaftliche" Anzeige ab, mit 90 Zuschriften noch hinter der Kontrollanzeige. Die "attraktive" Person lockte 129 Interessierte, doch mit 185 Antworten schnitt die "finanziell erfolgreiche" Cyberfrau am besten ab.

Auch hier muß ich aus eigener Erfahrung sagen, sämliche vermeintlich "leidenschaftlichen" Anzeigen waren zumeist Fakes/Trolls oder Blender. Denn mal ehrlich: wie bereits in der Untersuchung ausgeführt bekommen Frauen sehr viele Antworten. Warum in drei Teufels Namen sollen sie so dumm sein und gleich mit der Leidenschaft beginnen? Das können sie immer noch, wenn die erste Mail gefällt, in der zweiten tun, oder? Aber im Anzeigentext selber ist es doch unnütz wie ein Kropf, oder?

Aus dem Ergebnis der Studie selber ließe sich wohl folgendes als Resultat zusammenfassen: Während eine Interpretation auf rein berechnende und geldgeile Internetnutzer hinweisen könnte, so ist Strassberg's Begründung: "daß Internet-Nutzer statistisch besser ausgebildet und wohlhabender als die Durchschnittsbevölkerung sind, und einfach eine Partnerin mit vergleichbarem Hintergrund suchen."

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